Berlin – "In den kommenden Jahren wird der starke Anstieg des speziellen Wohnbedarfs älterer Menschen eine große Herausforderung für die Wohnungswirtschaft in Deutschland sein", erklärte Lutz Freitag, Präsident des GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen heute anlässlich des Internationalen Tages der älteren Menschen in Berlin. An diesem Tag würdigt die UNO seit 1990 jährlich am 1. Oktober die Leistungen der Älteren und den Gewinn, den sie für das gesellschaftliche Zusammenleben darstellen.
Die Versorgung mit bedarfsgerechtem Wohnraum und sozialen Dienstleistungen zu bezahlbaren Mieten werde gerade vor dem Hintergrund schlechterer Einkommensverhältnisse der künftigen älteren Generationen eine zentrale Aufgabe, so der GdW-Präsident. Dabei müsse es oberstes Ziel bleiben, den Menschen möglichst lange ein Leben in den eigenen vier Wänden zu ermöglichen. Der GdW fordert die Bundesländer daher dringend auf, das betreute Wohnen im Rahmen eines Mietvertrages nicht durch ordnungsrechtliche Vorschriften unzumutbar zu belasten oder sogar unmöglich zu machen. „Mit dieser restriktiven Politik werden der Wohnform des betreuten Wohnens unnötig Steine in den Weg gelegt und der Selbstbestimmung der älteren Menschen nicht angemessen entsprochen", so Freitag.
Freitag forderte vielmehr die Politik von Bund Ländern und Kommunen auf, für verbesserte Rahmenbedingungen zur Umsetzung der Konzepte des betreuten Wohnens zu sorgen und die sich auf Initiative des GdW herausbildenden neuen Kooperationsformen zwischen Wohnungsunternehmen, sozialen Gesundheitsdiensten, Technologieanbietern sowie Krankenkassen und Pflegekassen zu unterstützen. Die Aufnahme telemedizinischer Anwendungen in den Leistungskatalog der Krankenkassen sei ebenso von Bedeutung wie eine verbesserte Koordination der Aktivitäten der einzelnen Bundesministerien bei den Themen „Wohnen für ein langes Leben" und „Ambient Assisted Living" (AAL). "Eine Lenkungsgruppe „Vernetztes Wohnen" für die heute mit dem Thema beschäftigten sechs Ministerien könnte die vielfältigen Aktivitäten deutlich stärker bündeln und den Einsatz der Ressourcen wesentlich verbessern", so Freitag.
Freitag begrüßte erneut das seit April dieses Jahres existierende KfW-Förderprogramm „Altersgerecht Umbauen" und sprach sich dafür aus, die erforderlichen Bundesmittel auch in Zukunft bereitzustellen und dieses Programm auf hohem Niveau fortzuführen. Außerdem müssten die Bedingungen für Wohnberatungsangebote verbessert werden.