Aktuelle Seite: Home / PresseCenter / Pressearchiv / PresseCenter / Pressearchiv / Pressearchiv 2011 / GdW begrüßt Untersuchungen des Fernwärmesektors durch Bundeskartellamt und fordert wirksame Begrenzung der Marktmacht

Berlin – "Die Preise für Fernwärme sind in den letzten Jahren nicht nur deutlich gestiegen, sondern weisen regional auch erhebliche Unterschiede auf, ohne dass es dafür vernünftige Gründe gibt", erklärte Lutz Freitag, Präsident des GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen. Eine mögliche Ursache dafür sieht Freitag im fehlenden Wettbewerb und der mangelnden Kostentransparenz auf dem Fernwärmemarkt. "Der GdW begrüßt daher die Initiative des Bundeskartellamtes, den Fernwärmemarkt zu untersuchen." Für die GdW-Unternehmen sei die Preisgestaltung bei Fernwärme von erheblicher Bedeutung, denn jede zweite Wohnung werde durch Fernwärme beheizt.
Freitag betonte, dass gerade die Wohnungs- und Immobilienwirtschaft auf einen funktionierenden Wettbewerb und Kostentransparenz auf den Energiemärkten angewiesen sei. "Die Aufrechterhaltung des Wettbewerbs muss wirksam kontrolliert werden, um sicherzustellen, dass die durch Investitionen der Wohnungsunternehmen erreichten Energieeinsparungen die Mieter auch dauerhaft entlasten." Diese Ersparnis bei den Energieausgaben dürfte nicht - aufgrund fehlenden Wettbewerbs - den Preiserhöhungsspielraum bei den Versorgern erweitern und die damit erzielten Kosteneinsparungen beim Mieter aufzehren. Um die Kostentransparenz zu steigern, schlug Freitag die Einführung eines effektiven Energiepreises vor - vergleichbar dem effektiven Jahreszins nach Preisangabenverordnung.
Aus Sicht der Wohnungswirtschaft sollte außerdem die Kalkulation oder Festsetzung der Fernwärmepreise einem Effizienzgebot analog dem Energiewirtschaftsgesetz unterliegen, anstelle des in der Regel praktizierten Kostendeckungsprinzips, und ein Akteneinsichtsrecht in die Kalkulationsunterlagen des jeweiligen Versorgers für die Anschlussnehmer ermöglicht werden. Ohne derartige Grundsätze bestehe die Gefahr, dass die Fernwärme sich der Transparenz- und Preisprüfung durch die Verbraucher entzieht.