Aktuelle Seite: Home / PresseCenter / Pressearchiv / 2010 / GdW: Programm "Soziale Stadt" ist für die sozial-räumliche Integration unverzichtbar - Appell an die Politik: Ausreichend Mittel bereitstellen statt Integrationsdebatte zu sarrazinisieren

Berlin - "Die politischen Bestrebungen der Regierungskoalition, die Haushaltsmittel für das Programm "Soziale Stadt" erheblich zu kürzen und ihre Verwendung auf rein baulich-investive Maßnahmen zu beschränken gefährden die nachbarschaftliche Entwicklung und die soziale Stabilität in den Wohnquartieren", erklärte Lutz Freitag. Präsident des GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen im Vorfeld der Jurysitzung zur Vergabe des "Preis Soziale Stadt 2010". Mit diesem Preis werden alle zwei Jahre bürgerliches Engagement und soziale Projekte für das Zusammenleben in den Wohnquartieren ausgezeichnet.
Aus Sicht der Wohnungswirtschaft bewähre sich das 1999 als Teilprogramm der Städtebauförderung eingeführte Programm "Soziale Stadt" als entscheidendes Instrument bei der sozialen Stabilisierung benachteiligter Stadtquartiere. Angesichts zunehmender sozialer Spreizung innerhalb der deutschen Gesellschaft nehme seine Bedeutung stetig zu. Freitag: "Wenn die Situation selbst in den sozialen Brennpunkten unserer großen Städte im Vergleich zu den Verhältnissen in anderen Ländern, z. B. den französischen Banlieues, wesentlich besser ist, so liegt das zu einem guten Teil am erfolgreichen Einsatz der Mittel des Programms "Soziale Stadt"." Gerade die aktuelle Diskussion über Schwächen und Probleme der Integration der Bürger mit Migrationshintergrund, sollte Anlass sein, ein Programm, wie das der "Sozialen Stadt", das wesentlich zur sozial-räumlichen Integration der Bewohner aus anderen Kulturen beitrage, nicht zu kürzen, sondern finanziell zu stärken. "Ich fordere die Politik auf, durch den Ausbau und die ausreichende Mittelausstattung dieses wichtigen Programms einen konkreten Beitrag zur besseren Integration zu leisten, statt sich an einer Sarrazinisierung der - notwendigen - Debatte zu beteiligen", erklärte der GdW-Präsident.
Vor allem die Bündelung von Maßnahmen der baulichen Erneuerung, der Bildung, der Integration und der Arbeitsplatzschaffung erweise sich als nachhaltiger Erfolgsfaktor. In den Kommunen, sowie bei den sozialen Trägern und Wohnungsunternehmen sei mit der Einführung des Programms "Soziale Stadt" das ganzheitliche sozial-räumliche Denken und Handeln wesentlich gefördert worden. Die Bündelung von Mitteln aus den Sozial- und Wirtschaftsressorts mit der Städtebauförderung bei den Projekten vor Ort sei in den letzten Jahren deutlich voran gekommen. Der GdW wende sich deshalb gegen Überlegungen, die Verwendung für das Programm "Soziale Stadt" auf rein baulich-investive Maßnahmen zu beschränken. Die GdW-Wohnungsunternehmen investierten massiv in Projekte für stabile Nachbarschaften. So beteiligten sich nach Erhebungen des GdW seine Mitgliedsunternehmen mit dem fünffachen Betrag des Mitteleinsatzes des Bundes an den Projekten der "Sozialen Stadt".
Die vom GdW in Auftrag gegebene Studie "Erfolgsfaktoren sozialer Quartiersentwicklung" belegt den Erfolg der Kombination von Investitionen in Bauten und Menschen. Sie ist vor einigen Wochen allen Wohnungsunternehmen im GdW zugesandt worden, damit sie ihr Quartiersmanagement und ihre sozialen Projekte im Wohnumfeld noch erfolgreicher gestalten können. Die Studie kann von der Homepage des GdW unter der Rubrik Publikationen abgerufen werden.