Aktuelle Seite: Home / PresseCenter / Pressearchiv / 2010 / BSI: Klimaschutzziele rücken in weite Ferne - BSI kritisiert Verschlechterung der KfW-Konditionen in den Programmen zur energetischen Sanierung von Wohngebäuden

Berlin - Ab heute gelten für die Programme, die die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) zur energetischen Sanierung von Wohngebäuden und Gebäuden der kommunalen und sozialen Infrastruktur aufgelegt hat, höhere Zinsen. Außerdem wird zum 31. August 2010 die Förderung von Einzelmaßnahmen im Programm „Energieeffizient Sanieren" eingestellt. Von der ersatzlosen Streichung betroffen sind auch Maßnahmen zur Optimierung der Wärmeverteilung und zum Abbau von Nachtstromspeicherheizungen.
Diese Verschlechterungen im Bereich der Förderung der energetischen Gebäudesanierung, die erst gestern von der KfW bekannt gegeben wurden, stoßen auf heftige Kritik seitens der Immobilienwirtschaft. "Die KfW-Förderung ist die entscheidende Basis zur Umsetzung zukunftsweisender energetischer Standards in Wohngebäuden. Ohne Fördermittel ist im vermieteten Gebäudebestand eine Umsetzung der politischen Klimaschutzziele wirtschaftlich nicht möglich", erklärte Jens-Ulrich Kießling, Vorsitzender der Bundesvereinigung Spitzenverbände der Immobilienwirtschaft (BSI) und Präsident des Immobilienverbandes IVD. Er nannte es absurd, dass gerade besonders stark nachgefragte und damit hocheffektive Programme wie die Sonderförderung der Optimierung von Heizungsanlagen eingestellt werden.
Die KfW begründet diese Programmverschlechterungen mit den knappen Haushaltsmitteln, die von 2 Mrd. Euro im vergangenen Jahr auf 1,3 Mrd. Euro in 2010 reduziert wurden.
„Es ist zu befürchten, dass die aktuelle Zinserhöhung und die Abschaffung bewährter Förderprogramme lediglich einen Vorgeschmack auf 2011 geben. Die für kommendes Jahr eingeplanten Mittel belaufen sich aufgrund der drastischen Kürzungspläne der Bundesregierung auf gerade einmal 450 Mio. Euro", so Kießling. Spätestens dann sei mit dramatisch sinkenden Sanierungsquoten zu rechnen. Als besonders schwerwiegend bezeichnete Kießling, dass einerseits seit 1. Juli 2010 infolge der Umsetzung der EnEV 2009 höhere Anforderungen innerhalb der KfW-Programme gelten und andererseits die Konditionen durch Verminderung des Tilgungszuschusses bereits deutlich verschlechtert worden seien.
Die BSI appelliert an Bundesregierung, die Förderung der energetischen Gebäudesanierung in ausreichender Höhe und kontinuierlich fortzusetzen.
Die Bundesvereinigung Spitzenverbände der Immobilienwirtschaft vertritt bundesweit und auf europäischer Ebene die Interessen von sieben immobilienwirtschaftlichen Spitzenverbänden. BFW, GdW, IVD, DDIV und BFW Bundesfachverband bewirtschaften rund 12 Mio. Wohneinheiten und verwalten weitere rund 250.000 Gewerbeeinheiten. Der vdp steht für 61 Prozent der gewerblichen und 27 Prozent der Wohnimmobilien-Finanzierung, der VGF für mehr als drei Viertel des Marktes der Anbieter geschlossener Fonds. Die BSI steht damit für nahezu die Hälfte aller Mietverhältnisse in Deutschland.