
Berlin – "Eine "Wohnpauschale", wie sie der Vize-Chef der Bundesagentur für Arbeit Heinrich Alt heute in der Rheinischen Post gefordert hat, hätte drastische negative Auswirkungen auf die Entwicklung der Städte", erklärte Lutz Freitag, Präsident des GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen.
Alt hatte vorgeschlagen, die Wohn- und Heizkostenerstattung nach SGB II in eine Wohn-Pauschale umzuwandeln. "Dies würde die Segregationsprozesse in Deutschlands Städten verstärken", warnte der GdW-Präsident Freitag. Zahlreiche Menschen wären gezwungen, sich noch billigere Wohnungen zu suchen. Solche Wohnungen gibt es, wenn überhaupt, meist nur dort, wo schon viele Menschen mit sozialen Problemen leben. So würden sich immer mehr ärmere Menschen immer stärker in sozialen Brennpunkten konzentrieren.
Eine Pauschalierung der Wohn- und Heizkosten würde die gesetzlich vorgeschriebene Pflicht zur Übernahme der tatsächlichen Aufwendungen, soweit diese angemessen sind, beseitigen. "Aber schon allein wegen der Unterschiedlichkeit der Versorgung mit Wohnraum und dem sehr differenzierten sozialen und wirtschaftlichen Umfeld, nicht nur von Stadt zu Stadt, sondern sogar von Quartier zu Quartier, kann eine gerechte Pauschalierung so nicht gelingen", so der GdW-Präsident.
Freitag forderte außerdem, dass nach einer energetischen Sanierung die erforderliche höhere Nettokaltmiete als angemessene Kosten der Unterkunft nach SGB II anerkannt werden müsse. "Gerade angesichts der hohen und weiter steigenden Anforderungen an die Energieeffizienz von Wohngebäuden werden viele Wohnungsunternehmen sonst bald nicht mehr in der Lage sein, bestimmte Bestände energetisch zu modernisieren. Daraus ergibt sich auf mittlere Sicht ein klimaschutzpolitisches und sozialpolitisches Dilemma", erklärte Freitag.
Das Positionspapier "Soziales Wohnen gerade in schwierigen Zeiten sichern - 10 Thesen des GdW zur Diskussion über die Kosten der Unterkunft und Heizung gemäß SGB II" finden Sie hier.