Pressecenter

Aktuelle Seite: Home / PresseCenter / Pressemeldungen / Regelungen zur Wassereffizienz gehören auf die nationale Ebene – Europaweite Vorschriften schaden

Berlin – "Die BSI erwartet keinerlei Vorteile, jedoch eine Reihe erheblicher Nachteile von europaweit bindenden Rechtsvorschriften in Form einer Gebäude-Wassereffizienzrichtlinie der EU", erklärte Axel Gedaschko, Vorsitzender der Bundesvereinigung Spitzenverbände der Immobilienwirtschaft (BSI) und Präsident des GdW Bundesverbandes, anlässlich der Übergabe einer Stellungnahme der Spitzenvereinigung an die EU-Kommission.

Im Rahmen einer Konsultation zur Wassereffizienz hatte die Kommission europaweite Maßnahmen unter anderem im Gebäudebereich, wie Wassereffizienz-Audits und Mindestanforderungen an die wassersparende Gebäudeausstattung, vorgeschlagen. "Wassereffizienz muss auf Ebene der Mitgliedstaaten geregelt werden, denn Probleme wie Wasserknappheit und Dürre sind in den 27 EU-Ländern sehr unterschiedlich ausgeprägt", sagte der BSI-Vorsitzende.

Maßnahmen zur Wassereffizienz sollten nur dort zum Einsatz kommen, wo ein tatsächliches Ungleichgewicht zwischen den verfügbaren Wasserressourcen und dem Wasserverbrauch besteht, so Gedaschko. "Deutschland gehört zu den wasserreichen Ländern in der EU. Selbst mit Blick auf sich ändernde klimatische Bedingungen werden hierzulande keinerlei grundsätzliche Probleme bei der Trinkwasserversorgung erwartet."

Der Trinkwasserverbrauch wurde in Deutschland über die letzten 20 Jahre bereits um 17 Prozent gesenkt. Sollten Hausbesitzer und Vermieter nun dazu verpflichtet werden, Duschköpfe, Toilettenkästen und Wasserhähne durch solche mit noch geringerem Wasserdurchfluss zu ersetzen, würde das Kosten in Milliardenhöhe bedeuten. In einigen Regionen sind die Wassereinsparungen bereits so hoch, dass sie gravierende technische und hygienische Probleme zur Folge haben: Durch eine mangelnde Fließgeschwindigkeit der Abwässer bilden sich in Wasserrohren Ablagerungen, die wiederum die Entwässerung behindern und zu Geruchsbelästigungen sowie letztlich zu Leitungsschäden führen. Die Versorgungsunternehmen sind vielerorts bereits gezwungen, die Abwasser- und Kanalisationsleitungen mit Frischwasser zu spülen. Um die Kosten dafür zu decken, steigt die unabhängig vom Eigenverbrauch zu zahlende Grundlastabgabe für alle Haushalte und führt damit auch für die Mieter zu höheren Kosten. Hinzu kommt außerdem das Problem lokal ansteigender Grundwasserspiegel und damit feuchter Keller, wie zuletzt unter anderem in Berlin.

Hintergrund der EU-Konsultation ist die Tatsache, dass einige Regionen Europas von Wassermangel und Dürre betroffen sind. Aus Sicht der EU könne die Lage durch Wassereinsparung in Haushalten wesentlich verbessert werden. Aus diesem Grund hat die EU-Kommission Vorschläge für europaweite Maßnahmen wie Wasserverbrauchsmessung, Strategien zu Preisen und Kosten, Bildung und Information hinsichtlich Wassereffizienz, freiwilliges oder verpflichtendes Produktlabeling sowie Mindestanforderungen an die Effizienz von Produkten vorgelegt. Die Vorschläge zur Wassereffizienz im Gebäudebereich sehen Regelungen vor, die mit dem Energieausweis und den Mindestanforderungen an die Energieeffizienz vergleichbar sind.

pdfDie Pressemitteilung zum Download.136.56 KB

Eine ausführliche Stellungnahme der BSI finden Sie auf www.bsi-web.de

Pressekontakt

Katharina Burkardt

Katharina Burkardt

Pressesprecherin

Tel.: 030 82403-151

E-Mail: This e-mail address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it.

Unsere Fördermitglieder