
Im längerfristigen Vergleich sind die Nettokaltmieten in den letzten Jahren weniger stark gestiegen als die allgemeinen Lebenshaltungskosten. Deutlich stärker verteuert haben sich hingegen die Dienstleistungen im Zusammenhang mit dem Wohnen und die Haushaltsenergie, welche in die kalten und warmen Betriebskosten einfließen.
Auf Grundlage der Datenreihen des Verbraucherpreisindex lässt sich der Kostendruck durch die Verteuerung der Energiepreise gut nachvollziehen. Hier finden Sie die aktuelle Grafik zur Preisentwicklung bei Energie und Dienstleistungen im Zusammenhang mit dem Wohnen, welche die warmen und kalten Betriebskosten der Wohnungsunternehmen beeinflussen.
Im Zeitraum zwischen Anfang 2000 und Ende 2010 sind die Nettokaltmieten weit weniger gestiegen (+13 Prozent) als die allgemeinen Lebenshaltungskosten (+19 Prozent). Preisbereinigt sind die Durchschnittsmieten in Deutschland in diesem Zeitraum folglich sogar leicht gesunken.
Die hinter dem allgemeinen Preisauftrieb zurückbleibenden Mieten setzen die Investitionsfähigkeit der Wohnungswirtschaft zunehmend unter Druck. Mittelfristig drohen hierdurch Verzögerungen etwa bei energetischen und altengerechten Modernisierungen. Hiervon geht zudem eine ganz konkrete Gefährdung von Arbeitsplätzen im Handwerk und im Baugewerbe aus. Vor dem Hintergrund des drastischen Anstiegs der Energiekosten sind die Mieterhöhungsspielräume der Unternehmen zusätzlich empfindlich eingeschränkt, da die Zahlungsbereitschaft der Mieter für das Wohnen bereits durch die Energieverteuerungen ausgereizt wird. Die geringen Steigerungen der Nettokaltmiete sind somit nur auf den ersten Blick vorteilhaft für die Mieter. Mittelfristig trifft sie die geschwächte Investitionskraft der Wohnungsunternehmen.
Die Haushaltsenergie und die Dienstleistungen im Zusammenhang mit der Wohnung, die letztlich in die warmen und kalten Betriebskosten einfließen, haben sich in den letzten Jahren deutlich stärker verteuert als die Nettokaltmiete. So haben sich die Preise und Gebühren für Dienstleistungen im Zusammenhang mit dem Wohnen zwischen Anfang 2000 und Ende 2010 um rund 17 Prozent verteuert. Die Verbraucherpreise für Haushaltsenergie steigen im gleichen Zeitraum sogar um 87 Prozent.
Bei den Energieträgern waren 2010 sehr unterschiedliche Preisverläufe zu beobachten. So gaben die Preise für Fernwärme und Gas in der ersten Jahreshälfte zunächst deutlich nach, verteuerten sich im zweiten Halbjahr aber wieder spürbar. Im Vorjahresvergleich überschritten die Preise für Fernwärme zum Jahresende 2010 das Niveau von Dezember 2009 nur leicht (+0,6 Prozent). Gas verteuerte sich im Vorjahresvergleich um 2,5 Prozent. Im Gegensatz dazu zogen die Preise für leichtes Heizöl im gesamten Jahresverlauf dramatisch an und lagen zum Jahresende 28,5 Prozent über dem Vorjahreswert. Insgesamt zogen die Preise für Haushaltsenergie, die Entwicklung beim Strom außen vor gelassen, um 7,9 Prozent an.
Die Preise für Dienstleistungen in Zusammenhang mit dem Wohnen wie Wasserversorgung, Müllabfuhr u. Ä. sind dagegen nur wenig gestiegen. Im Jahresverlauf von Dezember 2009 zu Dezember 2010 lag ihre Steigerungsrate mit 1,9 Prozent allerdings oberhalb der allgemeinen Entwicklung der Verbraucherpreise. Preistreibend waren im vergangenen Jahr vor allem die Gebühren für die Abwasserentsorgung, die um 2,9 Prozent zulegten.