
Wohntrends 2020": Quartiersmanagement, Büroarbeitsplatz zu Hause, Bad und Küche sowie energetische Standards gewinnen an Bedeutung
„Die Wohnungs- und Immobilienunternehmen im GdW bereiten sich auf die Trends der Zukunft vor und beschäftigen sich mit den Fragen: Welches Wohnangebot wird auch in Zukunft den Herausforderungen des sich ständig wandelnden Marktes gerecht, und wie sind die Wohnwünsche der Menschen im kommenden Jahrzehnt?", erklärte GdW-Präsident Lutz Freitag.
Hier eine kurze Übersicht über die 20 wichtigsten Wohntrends
Die Mitgliedsunternehmen im GdW erhalten die Studie in den nächsten Tagen, externe Interessenten bestellen im Shop des Hammonia-Verlag.
Erstmals speziell auf die Wohnungswirtschaft zugeschnittene Wohnkonzepte
„Die „Wohntrends 2020" geben den Wohnungsunternehmen ein neues spezielles Instrument an die Hand, mit dem sie auch auf regionaler Ebene ermitteln können, wie die Menschen wohnen möchten und wie das Wohnungsangebot entsprechend angepasst werden sollte", erklärte Bettina Harms, Geschäftsführerin von Analyse & Konzepte. Für Wohnungswirtschaft und Stadtplanung werde es damit möglich, Wohnungsangebote zu schaffen, die sowohl die individuellen Anforderungen an das Wohnen als auch die Zahlungsbereitschaft berücksichtigen.
Für die Untersuchung der zukünftigen Wohntrends wurde analysiert, welche Wohnwünsche die Deutschen haben und wie viel sie dafür ausgeben wollen. Auf der Basis einer bundesweiten Befragung wurden bei den Haushalten insgesamt sechs übergeordnete Wohnkonzepte, d.h. Vorstellungen vom Wohnen, ermittelt. Am bedeutendsten in Deutschland ist heute noch das „solide-bescheidene" Wohnkonzept. Ihm sind 25 % der Haushalte zuzurechnen, die überwiegend älter sind und über eine niedrige bis mittlere Kaufkraft verfügen. Diese Gruppe wird in Zukunft aber deutlich kleiner werden. Zunehmen werden dagegen die Haushalte mit einem „kommunikativ-dynamischen" oder einem „anspruchsvollen" Wohnkonzept, aber auch die Haushalte, die ein „einfach-funktionales" Wohnkonzept verfolgen. Durch diese Veränderungen in den Wohnkonzepten kommen auf die Wohnungsanbieter nahezu überall neue Anforderungen zu, viele bisher gängige Konzepte der Bestandsentwicklung werden bereits im kommenden Jahrzehnt nicht mehr ausreichend sein.
Die Wohntrends 2020 – differenzierte Nachfrage in unterschiedlichen Regionen
„Das generelle Ergebnis der „Wohntrends 2020" lautet: Das Wohnen wird vielfältiger", erläutertProf. Dr. Volker Eichener, Geschäftsführender Wissenschaftlicher Direktor von InWIS Forschung & Beratung die Ergebnisse der Studie. Planer, Investoren und Politiker müssten lernen, dass die verschiedenen Bevölkerungsgruppen unterschiedliche Wohnkonzepte haben. Die Zeiten der einheitlichen Standardwohnung seien vorüber. Das Wohnen werde so individuell wie es die Menschen heute bereits sind. Aus dem neu geschaffenen Analysemodell ergeben sich in Abhängigkeit von Altersgruppen, Haushaltsstruktur, Wohnkaufkraft und Wohnkonzept die
20 wichtigsten Wohntrends der Zukunft. Diese werden sich regional sehr unterschiedlich entwickeln – in Großstädten anders als in kleineren Kommunen, in angespannten Märkten anders als in entspannten. Die Trends werden von den verschiedenen Wohnkonzepten unterschiedlich stark getragen: Während beispielsweise kleine Haushalte mit kommunikativ-dynamischem Wohnkonzept an einer größeren Wohnfläche interessiert sind, ist das bei kaufkraftschwächeren Haushaltstypen mit solide-bescheidenem oder einfach-funktionalem Wohnkonzept nicht so. In enger Verknüpfung mit den Wohnkonzepten werden daher u. a. folgende wichtige Wohntrends das kommende Jahrzehnt kennzeichnen:
Es lassen sich fünf Strategien für die Wohnungswirtschaft benennen, um diesen Wohntrends zu entsprechen: Sie können zum einen Nischenprodukte anbieten, die ganz auf das Wohnkonzept einer bestimmten Zielgruppe abgestimmt sind. Zum anderen können sie flexible Produkte entwickeln, die an die Wohnkonzepte verschiedener Zielgruppen anpassbar sind, beispielsweise mit Hilfe flexibler Grundrisse. Auch Standardwohnungen können mit einem Mehrwert ausgestattet werden, der einen Qualitätsvorteil gegenüber den Wettbewerbern bietet. Die Wohnungswirtschaft muss die Qualitäten ihrer Wohnungen offensiv kommunizieren – beispielsweise die gesundheitliche und ökologische Verträglichkeit, gut funktionierende Nachbarschaften, einen exzellenten Vermietungsservice oder die Vorteile eines innerstädtischen Standorts. Die Wohnungsunternehmen können dem Trend einer steigenden Individualisierung des Wohnens nachkommen, indem sie über die Basiswohnung hinaus besondere Ausstattungselemente, Dienstleistungen oder Komfortbausteine anbieten.