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Gedaschko 2Hier finden Sie Statements von Axel Gedaschko, Präsident des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW, zu aktuellen politischen und wirtschaftlichen Ereignissen.

In ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage von Abgeordneten der Fraktion DIE LINKE (Drucksache 19/8516) hat sich die Bundesregierung klar gegen die Vergesellschaftung von Immobilienunternehmen ausgesprochen. Darin heißt es unter anderem: "Auch aus Sicht der Bundesregierung zählt die Wohnungsversorgung zu den bedeutendsten sozialen Fragen. Die Bundesregierung hält allerdings die Vergesellschaftung von Wohnungsbeständen bestimmter Anbieter nicht für das richtige Mittel, bestehende Engpässe auf den Wohnungsmärkten abzubauen und auf eine Dämpfung des im Wesentlichen knappheitsbedingten Mietenanstiegs hinzuwirken. Die Wohnungspolitik in Deutschland beruht vielmehr auf dem Konzept der sozialen Marktwirtschaft. Auf der Grundlage dieses Konzepts ist es nach dem Krieg gelungen, die staatliche Bewirtschaftung des Altbauwohnungsbestands schrittweise abzubauen (sog. Lücke Plan) und nach dem Beitritt den ehemals volkseigenen Wohnungsbestandes der DDR in die marktwirtschaftliche Ordnung und die staatlich festgesetzten Mieten in das Vergleichsmietensystem zu überführen."

Dazu Axel Gedaschko, Präsident des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW:

"Wir begrüßen die klare Positionierung der Bundesregierung ausdrücklich. Die Versorgung mit Wohnraum über eine 'Vergesellschaftung von großen Wohnungskonzernen' auf derart extreme Weise einzuschränken, wie die Fragesteller der Linken es fordern, ist realitätsfern, unsozial und schadet letztlich allen Bürgerinnen und Bürgern. Der Wohnungsmarkt in Deutschland war in den letzten Jahrzehnten – auch im Vergleich zu anderen Ländern – insbesondere deshalb so solide, weil auf der Anbieterseite eine ausgewogene Mischung aus kommunalen, genossenschaftlichen, kirchlichen und eben auch privaten Vermietern besteht.

Was wir statt Phantasien von Verstaatlichung in der Realität brauchen, ist schnell mehr bezahlbarer Wohnraum für alle Menschen – und den bekommen wir nur durch schnellere Grundstücksvergaben und Genehmigungsverfahren, den Ankauf von Belegungsrechten, den Bau von viel mehr Preiswerten und Sozialwohnungen, eine Förderung der Akzeptanz von Wohnungsneubau in der Bevölkerung und deutlich stärkere Unterstützung von Typenbauweisen, um mehr preiswertes Bauen zu ermöglichen.

Wenn man überhaupt etwas Gutes an den wilden Ideen der Enteignung ganzer Wohnungsunternehmen finden möchte, dann: dass nun sehr viel grundsätzlicher und jenseits des vielfach populistisch behandelten Themas 'Wohnen', die Frage nach dem Wirtschaftssystem in der notwendigen gesellschaftlichen Breite diskutiert wird. Alle Parteien, die bislang in der Bundesregierung Mitverantwortung getragen haben, verstanden sich bislang als Treiber der Fortentwicklung der sozialen Marktwirtschaft. Jetzt wird ein klarer Bruch mit diesem Leitbild gefordert, der in seiner Radikalität in keinem Land Europas – unter welcher Regierung auch immer – für erfolgversprechend gehalten wird. Die Bundesregierung hat sich nun klar gegen einen solchen Bruch und für das Konzept der sozialen Marktwirtschaft ausgesprochen."

Der GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen vertritt als größter deutscher Branchendachverband bundesweit und auf europäischer Ebene rund 3.000 kommunale, genossenschaftliche, kirchliche, privatwirtschaftliche, landes- und bundeseigene Wohnungsunternehmen. Sie bewirtschaften rd. 6 Mio. Wohnungen, in denen über 13 Mio. Menschen wohnen. Der GdW repräsentiert damit Wohnungsunternehmen, die fast 30 Prozent aller Mietwohnungen in Deutschland bewirtschaften.

Am 14. März 2019 haben sich die Finanzminister des Bundes und der Länder auf weitere Vereinfachungen des sogenannten Kompromissmodells zur Reform der Grundsteuer verständigt. Bundesfinanzminister Olaf Scholz wurde beauftragt, einen entsprechenden Gesetzentwurf zu erarbeiten. Das wertabhängige Kompromissmodell sieht bislang bestimmte Pauschalierungen hinsichtlich der anzusetzenden Mieten und Bodenrichtwerte vor.

Dazu Axel Gedaschko, Präsident des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW:

Die Wohnungswirtschaft befürwortet weiterhin das wertunabhängige Flächenmodell auf Basis von Grundstücks- und Gebäudeflächen. Das derzeit diskutierte Kompromissmodell ist dagegen keine zufriedenstellende Lösung, weil es besonders diejenigen benachteiligt, die moderate Mieten anbieten. Sollte das Flächenmodell aufgrund der dafür notwendigen Grundgesetzänderung tatsächlich nicht umzusetzen sein, müsste das Kompromissmodell weiterentwickelt werden: Es muss sicher sein, dass nachgewiesen niedrigere Mieten auch tatsächlich bei der Berechnung berücksichtigt werden. Außerdem muss auf den Ansatz von Bodenrichtwerten generell verzichtet werden, denn sonst würde auch bei diesem Verfahren eine Grundgesetzänderung notwendig.

Die Wohnungswirtschaft spricht sich allerdings strikt dagegen aus, einzelne Gruppen von Wohnungsunternehmen abhängig von der Anteilseignerschaft oder dem steuerlichen Status mit einer niedrigeren Steuermesszahl zu begünstigen. Es muss gleiches Recht für alle Beteiligten am Markt gelten. Nur so können wir es schaffen, für mehr bezahlbaren Wohnraum in Deutschland zu sorgen. Alle Vermieter mit Mieten unterhalb der Durchschnittsmiete müssen das Recht haben, diese auch zum Ansatz zu bringen.

Darüber hinaus wäre auch eine Abschaffung der Umlagefähigkeit der Grundsteuer eine absolute Fehlentscheidung. Dies widerspräche völlig dem der Grundsteuer zugrundeliegenden Äquivalenzprinzip und wäre zudem verfassungswidrig – denn die Grundsteuer bekäme so den Charakter einer Vermögensteuer.

Der GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen vertritt als größter deutscher Branchendachverband bundesweit und auf europäischer Ebene rund 3.000 kommunale, genossenschaftliche, kirchliche, privatwirtschaftliche, landes- und bundeseigene Wohnungsunternehmen. Sie bewirtschaften rd. 6 Mio. Wohnungen, in denen über 13 Mio. Menschen wohnen. Der GdW repräsentiert damit Wohnungsunternehmen, die fast 30 Prozent aller Mietwohnungen in Deutschland bewirtschaften.

Der Bundesminister des Innern, für Bau und Heimat, Horst Seehofer, wird nach Angaben seines Ministeriums dem Bundeskabinett Frau Anne Katrin Bohle als Nachfolgerin des ausgeschiedenen Staatssekretärs Gunther Adler vorschlagen. Sie soll die Zuständigkeit für die Bereiche Stadtentwicklung, Wohnen und Bauwesen übernehmen, die bisher bei Herrn Adler lagen.

Dazu Axel Gedaschko, Präsident des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW:

„Mit Anne Katrin Bohle, die bisher als Abteilungsleiterin Stadtentwicklung & Denkmalpflege in NRW und Vorsitzende des Ausschusses Stadtentwicklung, Bau- & Wohnungswesen der Länder-Bauministerkonferenz bekannt ist, tritt eine Fachfrau die Nachfolge von Günther Adler an. Wir gratulieren, wünschen viel Erfolg und freuen uns auf die Zusammenarbeit.“

Anlässlich der neu entfachten Diskussion um die Umlagefähigkeit der Grundsteuer erklärte Axel Gedaschko, Präsident des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW, am heutigen politischen Aschermittwoch: 

"Eine Abschaffung der Umlagefähigkeit der Grundsteuer ins Spiel zu bringen, ist ein weiteres Beispiel einer einseitigen Klientelpolitik und ein untauglicher Profilierungsversuch zulasten der Allgemeinheit. Eine echte soziale Wohnungspolitik sieht anders aus. Was wir bei der Grundsteuerreform brauchen, ist ein verfassungskonformes, aufkommensneutrales und einfach umsetzbares Modell. So will es das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes. Und das kann nur das von der Wohnungswirtschaft geforderte Flächenmodell leisten.  

Das politische Drama bei der Grundsteuerreform besteht momentan darin, dass als Einigung zunächst eine halbgare Lösung präsentiert wurde und das Problem dann – statt im weiteren Prozess zu einem pragmatischen, unbürokratischen Modell zu kommen – kurzschlussartig nur verlagert werden soll statt es zu lösen. 

Nimmt man die Vielzahl an derzeit geäußerten populistischen Vorschlägen von kompletten Mietenstopps bis hin zu Enteignungsforderungen in der Hauptstadt in den Blick, könnte man meinen, sie stammten aus einer satirisch gemeinten politischen Aschermittwochsrede. Da sie aber ernsthaft und geballt geäußert werden, ist das ein Trauerspiel für eine zukunftsfähige Wohnungspolitik. Deshalb fordern wir: zurück zur Realität und Konzentration auf die Maßnahmen, die in unserer sozialen Marktwirtschaft wirklich für mehr bezahlbares Wohnen sorgen – insbesondere mehr Baulandausweisung, eine Reduzierung der Bauvorschriften und eine Anpassung der steuerlichen Normalabschreibung auf mindestens 3 Prozent.

Wir brauchen einfach umsetzbare, aber nicht einseitige Antworten auf die komplexen Probleme des Wohnungsmarktes. Mit immer mehr einseitiger Regulierung verrennt sich die Regierung ansonsten in einer gefährlichen Sackgasse – mit der Folge, dass sich noch weniger Akteure für den Neubau von Wohnungen oder deren Erhalt und Verbesserung engagieren. Das Resultat sind noch längere Schlangen in den Städten bei Wohnungsbesichtigungen und weiter ansteigende Preise."  

Der GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen vertritt als größter deutscher Branchendachverband bundesweit und auf europäischer Ebene rund 3.000 kommunale, genossenschaftliche, kirchliche, privatwirtschaftliche, landes- und bundeseigene Wohnungsunternehmen. Sie bewirtschaften rd. 6 Mio. Wohnungen, in denen über 13 Mio. Menschen wohnen. Der GdW repräsentiert damit Wohnungsunternehmen, die fast 30 Prozent aller Mietwohnungen in Deutschland bewirtschaften.

Der GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen nimmt heute für die Wohnungswirtschaft im Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz an einem Expertengespräch zur „Reform des Mietspiegelrechts“ teil.

Dazu Axel Gedaschko, Präsident des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW:

Mietspiegel sind ein wichtiges Instrument zur Abbildung der Situation auf dem Wohnungsmarkt und bestimmen die ortsübliche Vergleichsmiete. Dafür sind sie gemacht und diese Funktion sollten sie uneingeschränkt haben. Sie können und dürfen jedoch kein  politisches Instrument zur Steuerung der Miethöhe sein. Die derzeitigen Bestrebungen, den Mietspiegel durch die Verlängerung von Betrachtungszeiträumen als Regulierungsinstrument zu nutzen, lehnen wir kategorisch ab. Es kann nicht sein, dass hier eine weitere unnütze Mietpreisbremse eingeführt wird, die am Ende dem Wohnungsmarkt und den Mietern wie Vermietern nur schadet. Denn eine Verlängerung des Betrachtungszeitraums beim Mietspiegel hat zur Folge, dass die Finanzierungskosten steigen. Damit wird auch das Bauen teurer.

Die Anforderungen an den qualifizierten Mietspiegel sollten nicht künstlich nach oben geschraubt werden. Denn es sind die Städte und Gemeinden, die die Kosten für die Erstellung von Mietspiegeln tragen. Ist aber der qualifizierte Mietspiegel zu teuer, so werden viele Städte und Gemeinden den einfachen Mietspiegel vorziehen.

Die Politik hangelt sich hier von Placebo- zu Placebo, anstelle sich endlich um die wirklichen Probleme zu kümmern: Wir wollen einen modernen Gebäudebestand und mehr bezahlbaren Wohnungsneubau. Das geht nur durch bezahlbare Grundstücke, einen Stopp bei der Preisrallye der Grunderwerbsteuer  und weniger Regulierungen. Das muss auch auf der politischen Ebene endlich umgesetzt werden.

Der GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen vertritt als größter deutscher Branchendachverband bundesweit und auf europäischer Ebene rund 3.000 kommunale, genossenschaftliche, kirchliche, privatwirtschaftliche, landes- und bundeseigene Wohnungsunternehmen. Sie bewirtschaften rd. 6 Mio. Wohnungen, in denen über 13 Mio. Menschen wohnen. Der GdW repräsentiert damit Wohnungsunternehmen, die fast 30 Prozent aller Mietwohnungen in Deutschland bewirtschaften.

Am 15. Februar 2019 wurde bekannt, dass die Gebäudekommission doch nicht wie geplant eingesetzt werden soll.

Dazu erklärte Axel Gedaschko, Präsident des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW:   

„Es kann nicht sein, dass bei einem gesellschafts-, wirtschafts- und sozialpolitisch so grundlegend wichtigen Vorhaben wie der Energiewende im Gebäudebereich die politische Steuerung derart versagt: Für die Kohlekommission wird der finanzielle Spielraum völlig ausgereizt, so dass nunmehr für das derzeit wichtigste sozialpolitische Thema, das bezahlbare Wohnen und die Frage, wie jetzt noch zusätzliche Klimaschutzmaßnahmen gestemmt werden sollen, nichts mehr drin ist. Dass damit auch nicht alle beteiligten Experten sinnvoll mit einbezogen werden, ist dann noch ein Kollateralschaden.  

Klimaschutz im Gebäudebereich kann nur gelingen, wenn er sowohl sozialverträglich als auch wirtschaftlich machbar ausgestaltet wird. Es ist jetzt wichtiger denn je, das Gebäudeenergiegesetz (GEG) schleunigst einzuführen, denn ansonsten steht das Erreichen der Klimaschutzziele auf dem Spiel. Wir müssen bei der Energiewende im Gebäudebereich den Fokus endlich auf die Vermeidung von CO2-Emissionen und die Betrachtung ganzer Quartiere ausrichten. Dafür setzt der aktuelle GEG-Entwurf die richtigen Schwerpunkte. Die Wohnungswirtschaft steht bei der weiteren Ausgestaltung und Weiterentwicklung als verlässlicher Partner bereit. Dazu muss man uns aber auch die konkreten Möglichkeiten eines konstruktiven Dialogs, wie es die Gebäudekommission geboten hätte, einräumen.“

Ein Gutachten des wissenschaftlichen Dienstes des Deutschen Bundestages hat der von Seiten der SPD im Bund eingebrachten Idee eines 'Berliner Mietendeckels' eine klare Absage erteilt. "Für frei am Markt angebotene Mietwohnungen hätten die Länder keine Möglichkeit einer eigenen gesetzlichen Regelung", heißt es laut Berichten der Nachrichtenagentur dpa darin. Das Mietpreisbindungsgesetz des Bundes - also die Mietpreisbremse - dürfte "eine abschließende gesetzliche Regelung darstellen".

Dazu Axel Gedaschko, Präsident des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW:

"Diese Analyse zeigt: Ein Mietendeckel auf Landesebene ist eine juristische Ente und unzulässig. Damit bestätigt sich die Rechtsauffassung des GdW. Es bleibt aber dabei: Bezahlbares Wohnen kann man nicht durch Mietpreisdeckel oder Enteignungsfantasien sichern. Der Bund und das Land Berlin täten gut daran, ihre Ressourcen auf das einzig funktionierende Instrument zu konzentrieren: mehr und bezahlbaren Neubau zu ermöglichen. Denn bezahlbares Wohnen braucht eine starke Wohnraumförderung und schnelleres, einfacheres und kostengünstigeres Bauen – und nicht noch mehr Regulierung."

Heute tagt die Kohlekommission und könnte sich dabei auf ein Abschlusspapier für das Ende der Stromgewinnung aus Braun- und Steinkohle in Deutschland einigen. Der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) Eric Schweitzer hatte im Vorfeld vor gesamtgesellschaftlichen Mehrkosten von bis zu 170 Milliarden Euro bei einem beschleunigten Kohleausstieg gewarnt. Die Wirtschaft fordert einen Ausgleich der zu erwartenden Kostensteigerungen als Voraussetzung für die Zustimmung.

Dazu Axel Gedaschko, Präsident des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft:

"Die Klimapolitik erfordert branchenübergreifend ein großes Engagement des Staates. Das gilt aber nicht nur für den Bereich der Stromgewinnung aus Braun- und Steinkohle, sondern auch bei der Klimapolitik bei Wohngebäuden. Ohne ein deutliches Plus an finanzieller Unterstützung des Staates wird die Energiewende im Gebäudebereich nicht gelingen. Daher muss die Politik darauf achten, ihr Klimabudget mit Augenmaß zu verteilen. Denn um die Klimaschutzziele im Gebäudebereich jemals annähernd zu erreichen, ist ein Umsteuern dringend notwendig. Mit einem 'Weiter so' wird sich der Ausstoß von Treibhausgasen bei Wohngebäuden nicht mehr maßgeblich verringern lassen, sondern die Kosten für Vermieter und Mieter werden lediglich weiter steigen, ohne dass die Verbraucher dabei einen konkreten Nutzen vor Augen haben. Die bisherige Klimapolitik im Gebäudebereich ist sozial ungerecht und verringert die Akzeptanz der Energiewende in der Bevölkerung weiter, statt sie zu fördern. Dazu kommt: Trotz des intensiven Engagements der Wohnungswirtschaft zur Energieeinsparung ist der temperaturbereinigte Endenergieverbrauch für Raumwärme pro m² in Deutschland  immer noch nicht signifikant rückläufig. "

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Axel Gedaschko, Präsident des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW, zur Evaluierung der Mietpreisbremse durch das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) im Auftrag des Bundesjustizministeriums:

"Je stärker man in den Wohnungsmarkt eingreift, desto größer sind die negativen Nebenwirkungen. Das zeigen laut dem neuen DIW-Gutachten auch mehrere Beispiele aus anderen Ländern. Hinzu kommt, dass Deutschland im europäischen Vergleich ohnehin schon eine relativ intensive Mietpreiskontrolle hat, die seit 2015 noch verschärft wurde.

In weiten Teilen Deutschlands fehlt laut dem DIW außerdem eine 'einfach zugängliche und belastbare statistische Grundlage' für die Mietpreisbremse, da die notwendige Bezugsgröße – die ortsübliche Vergleichsmiete – gerade in den vielen kleineren Kommunen nicht in Mietspiegeln veröffentlicht wird. Das bedeutet erheblichen Aufwand für die Ermittlung des zulässigen Mietniveaus und macht die Mietpreisbremse 'praktisch schwer anwendbar'. 

Darüber hinaus lässt sich eine dauerhafte Einführung der Mietpreisbremse laut dem Gutachten 'grundsätzlich nur schwer begründen', denn sie wurde als 'ein vorübergehender Eingriff eingeführt, der mit einer kurzfristigen sozialen Schieflage begründet wurde'. Die Regulierung ist also generell nicht auf eine Verlängerung angelegt.   

Das Fazit kann letztlich nur lauten: Wohnen braucht eine starke Wohnraumförderung und schnelleres, einfacheres und kostengünstigeres Bauen – und nicht noch mehr Regulierung."

Anlässlich der Sitzung der Kommission "Nachhaltige Baulandmobilisierung und Bodenpolitik" in Berlin haben die Kommissionsmitglieder beschlossen, eine Arbeitsgruppe zu bilden, die Lösungsvorschläge zur Frage der Kostenabsenkungen für Grundstücke aus dem Vermögen des Bundeseisenbahnvermögen (BEV) und für extrem teure Grundstücke aus dem Vermögen der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) erarbeiten soll.

Dazu Axel Gedaschko, Präsident des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft:

"Wir begrüßen die Einsetzung einer Arbeitsgruppe innerhalb der Kommission für Baulandmobilisierung ausdrücklich. Hohe Grundstückskosten sind ein immenses Hindernis für bezahlbaren Wohnraum in Deutschland. Derzeit treten verstärkt Situationen auf, in denen Wohnungsgenossenschaften ihre Erbbaurechtsgrundstücke, die an das Ende ihrer Laufzeit gelangen, in einigen Hotspots zu immens hohen Preisen vom Bundeseisenbahnvermögen (BEV) erwerben müssen. Eine Gefahr nicht nur für die Wirtschaftlichkeit der Genossenschaft, sondern auch für die Genossenschaftsmitglieder, die in diesen Wohnungen leben. Denn ihre Mieten müssten deutlich steigen, da die Genossenschaften nur so die teuren Grundstückskäufe refinanzieren können.

Wir appellieren daher an den Bund, auch die Grundstücke des Bundeseisenbahnvermögens in die Überlegungen zur verbilligten Abgabe von Grundstücken einzubeziehen. Es darf hier nicht nur um die Grundstücke der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) gehen. Die nun dafür eingesetzte Arbeitsgruppe sollte Lösungen finden, um Grundstücke vergünstigt an die Genossenschaften abgeben zu können. Auch die BIMA sollte darauf achten, dass nicht nur Grundstücke für den öffentlich geförderten Wohnungsbau verbilligt abgegeben werden, sondern auch für den genossenschaftlichen Wohnungsbau, der immer das bezahlbare Segment bedient.

Zum Hintergrund:

Das Bundeseisenbahnvermögen hat ursprünglich im Rahmen der Wohnungsfürsorgeverpflichtung für die Bediensteten der Deutschen Bahn Grundstücke im Erbbaurecht an die Eisenbahnwohnungsgenossenschaften sowie die Eisenbahngesellschaften vergeben. Die Grundstücke, die an die Eisenbahngesellschaften im Erbbaurecht vergeben waren, wurden vor dem Verkauf der betreffenden Unternehmen durch den Bund in das Eigentum der Gesellschaften übertragen. Dafür wurde damals unter Beteiligung des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW ein spezielles Wertermittlungsverfahren abgestimmt. Die Erbbaurechtsgrundstücke der Eisenbahn-Wohnungsgenossenschaften wurden dabei nicht berücksichtigt. Nachdem die Erbbaurechtsgrundstücke aktuell zunehmend an das Ende ihrer Laufzeit gelangen, bestand Bedarf, mit dem Bundeseisenbahnvermögen ebenfalls ein Verfahren bezüglich der Übertragung dieser Erbbaurechte in das Eigentum der Wohnungsgenossenschaften abzustimmen. Die Verhandlungen orientierten sich an dem Verfahren für die Eisenbahn-Wohnungsgesellschaften – aber grundsätzlich stets anhand der aktuellen Verkehrswerte der Grundstücke. Der Mindestwert dabei ist der Bodenrichtwert für das unbebaute Grundstück. Die Folgen sind zum Teil drastisch: Insbesondere in den Ballungsräumen wie München, Düsseldorf oder Frankfurt gehen die Kaufpreise, für diese Grundstücke, durch die Decke. Damit die Wohnungsgenossenschaften solche Preise überhaupt finanzieren können, sind sie gezwungen, dies auch über höhere Mieten auszugleichen.

Pressekontakt

Andreas Schichel

Andreas Schichel

Pressesprecher

Tel.: 030 82403-150

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