Wohnen und Stadt

Stadtentwicklung

Die Stadtentwicklungspolitik ist für die vom GdW vertretene Wohnungswirtschaft angesichts der gravierenden Herausforderungen, vor denen die Unternehmen in den Stadt- und Wohnquartieren stehen, von erheblicher Bedeutung. Weshalb?

  • Der demographische Wandel erzwingt, verbunden mit den Anforderungen des Klimaschutzes und der Energieeinsparung, einen grundhaften Umbau des Bestandes und neue Überlegungen im Neubau.
  • Der soziale Zusammenhalt in benachteiligten Stadtquartieren stellt sich im Interesse stabiler Nachbarschaften als komplizierte wohnungswirtschaftliche Gestaltungsaufgabe, die auch zukünftig nicht leichter wird.
  • Zunehmende regionale Disparitäten erfordern in Wachstums- und Schrumpfungsregionen marktkonforme Ansätze des Rückbaus, Umbaus und Neubaus, denen die Abstimmung von wohnungswirtschaftlichen Unternehmensstrategien und Stadtentwicklungskonzepten zugrunde liegen muss. Hinzu kommt die wachsende kleinräumige Differenziertheit von Entwicklungsperspektiven selbst benachbarter Quartiere, die zu abgestimmtem städtebaulichem und wohnungswirtschaftlichem Handeln zwingt.
  • Die gesellschaftlichen Ansprüche an nachhaltigen, der Baukultur verpflichteten Wohnungsbau und an den Erhalt der kulturellen Identität der Städte steigen. 

Der GdW unterstützt den Politikansatz einer Nationalen Stadtentwicklungspolitik, der auf ein neues Niveau integrativen Handelns zur Förderung einer nachhaltigen Stadtentwicklung orientiert. Der GdW fordert die Stärkung der Städtebauförderung als Programm der staatlichen Strukturpolitik und als Leitprogramm für die Innenentwicklung und den Umbau der Städte, für den Erhalt ihres städtebaulichen Erbes und für die Wahrung des sozialen Zusammenhalts in den Stadtquartieren. Er sieht darin ein unverzichtbares und bewährtes Instrument für die Kooperation von Wohnungswirtschaft und öffentlicher Hand im Interesse effektiver Stadtstrukturen und lebenswerter Wohnquartiere.

studie bbuGroßmaßstäblicher Wohnungsbau ist wieder gefragt, vor allem in Großstädten mit angespannten Märkten. Ergänzendes Bauen im Bestand allein wird nicht reichen. Eine Studie des Kompetenzzentrums Groß-siedlungen leitet Prinzipien für den Bau neuer Stadtteile und Wohnsiedlungen aus dem Erfahrungsschatz des bisherigen Siedlungsbaus ab.

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Unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zeichnet der "Integrationspreis 2017" hervorragende Projekte aus, die dazu beitragen, in den Wohnquartieren lebendige Nachbarschaften zu erhalten, Ausgrenzung zu vermeiden und Integration zu unterstützen. Eine 11-köpfige Fachjury hat unter dem Vorsitz des ZDF-Fernsehmoderators Mitri Sirin aus dem großen Feld der qualitätsvollen Bewerbungen die besten Projekte ausgewählt. Zwei von ihnen wurden am 13. Juni in Hamburg mit dem Integrationspreis in den Kategorien "Nachbarschaften" und "Netzwerke" prämiert. Insgesamt hatten es 12 Projekte auf die Nominierungsliste geschafft.

Siehe: http://www.preis-soziale-stadt.de/integrationspreis/

Die Wohnungswirtschaft begrüßt den neuen Investitionspakt "Soziale Integration im Quartier", für den der Bund in den Jahren 2017 bis 2020 jährlich die erhebliche Summe von 200 Millionen Euro zur Verfügung.

Ziel des Investitionspakts ist die Erhaltung und der Ausbau der sozialen Infrastruktur (Gemeinbedarfs- und Folgeeinrichtungen) und deren Weiterqualifizierung zu Orten des sozialen Zusammenhalts und der Integration. Dies können zum Beispiel Bildungseinrichtungen wie Schulen, Bibliotheken, Kindergärten oder auch Quartierstreffs sein.

Das neue Programm sollte auch für Maßnahmen und Einrichtungen der Wohnungswirtschaft und andere private Akteure offen stehen, die Zusammenhalt und Integration im Quartier befördern. Seit Jahren engagieren sich Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsbaugesellschaften beim Bau und Betrieb von Nachbarschaftstreffs oder Mieterläden, verbessern das Wohnumfeld durch integrationsfördernde Maßnahmen und bieten in Kooperation mit sozialen Trägern soziale Dienstleistungen an. Die Wohnungswirtschaft ist zunehmend bei der Bewirtschaftung und beim Bau sozialer Infrastruktur gefordert. Hinzu kommt unser nicht - investives Engagement in den Nachbarschaften.

150 Interessierte waren bei der "Tagung grüne Nachbarschaften - Wohnumfeldgestaltung im Quartier" am 27.6.2017 dabei. Sie erhielten einen Überblick zum aktuellen Stand der Gestaltung, Nutzung und Pflege des Wohnumfeldes, das für die durchgrünten Wohnsiedlungen in besonderer Weise prägend und wichtig ist. Die Internationale Gartenausstellung IGA findet in Berlin an der Nahtstelle zwischen Deutschlands größten Wohnstädten Marzahn und Hellersdorf statt. Das bot dem GdW und dem in Hellersdorf angesiedelten Kompetenzzentrum Großsiedlungen die Gelegenheit, den Beitrag des Wohnumfeldes für das nachbarschaftliche Zusammenleben in den großen, im 20. Jh. errichteten Wohnsiedlungen einer interessierten bundesweiten Öffentlichkeit nahe zu bringen.

Die vorgestellten Beispiele zeigen, dass eine grüne, vielfältig nutzbare Wohnumgebung den nachbarschaftlichen Zusammenhalt und die Identifikation mit dem eigenen Wohnmilieu stärken kann.

Auf dem GdW - Workshop "Digitale Stadt - neue Mobilität - Wohnquartier" haben am 23. Mai 2017 über 50 Fachleute die Wirkungen neuester Entwicklungen im Bereich der Mobilität auf die Wohn-quartiere und Nachbarschaften diskutiert.

Nach Ansicht der Experten entfalten die Prozesse der Digitalisierung und Technologisierung auch im Verkehrsbereich eine Dynamik, die das Wohnen und die Stadtentwicklung massiv beeinflussen. Neue Mobilitätskonzepte stellen herge-brachte Konzepte der Verkehrs- und Stellplatzorganisation in Frage. Sie wirken in die für die Wohnungswirtschaft relevanten Wertschöpfungsketten ebenso hinein wie in die Datenhoheit und die städtebaulichen Regelungsinstrumente der Kommunen.

Alle Beteiligten waren sich einig: der Austausch über die Sichtweisen der Wohnungsunternehmen, des Bundes, der Kommunen und der Anbieter neuer Mobilitätskonzepte muss weitergehen. Präsident Gedaschko regte in seinem Schlusswort die Gründung eines Kompetenzzentrums "Mobilität und Wohnen" an.

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Ansprechpartnerin zum Thema

Cordula Fay

Cordula Fay

Tel.: 030 82403-175

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